Hier ist ein Schlachtplan, wie du dein Grundstück schwalbenfreundlich gestaltest:
1. Den richtigen Wohnraum bieten
Schwalbe ist nicht gleich Schwalbe. Je nachdem, wen du anlocken willst, brauchst du unterschiedliche Strategien:
Mehlschwalben (Außen): Sie bauen ihre Nester an der Außenwand direkt unter dem Dachvorsprung.
Maßnahme: Bringe künstliche Nisthilfen (Doppelnester) an einer wettergeschützten, hellen Wand an (mindestens 2,5 Meter Höhe, am besten unter der Dachschräge).
Rauchschwalben (Innen): Sie sind "Stallschwalben" und nisten bevorzugt in Gebäuden (Garagen, Scheunen, Ställe).
Maßnahme: Lass Fenster oder Oberlichter dauerhaft einen Spalt offen (die sogenannte "Einflugöffnung"). Ein Brettchen an einem Balken dient oft schon als stabile Basis. Auch Nagelbretter (Senkrechte Bretter mit einigen langen Nägeln in einer Reihe, die locker mit Draht verbunden werden) haben sich bewährt.
2. Die "Matsch-Logistik" (Lehmquelle)
Eines der größten Probleme für Schwalben ist heute, dass viele Wege gepflastert oder asphaltiert sind. Hier finden Schwalben keinen feuchten Lehm mehr für den Nestbau.
Die künstliche Pfütze: Lege im Frühjahr (ab Mitte April) eine Stelle im Garten an, die du dauerhaft feucht hältst. Achte darauf, dass die Schwalben nicht zu weit damit fliegen müssen, um zu verhindern, dass der Schlamm trocknet, bevor sie am Nest sind.
Das Rezept: Mische lehmige Erde mit etwas Wasser. Schwalben sammeln die kleinen Schlammkügelchen und mauern damit ihr Nest. Ohne "Mörtel" kein Hausbau!
3. Akzeptanz schaffen (Dreck vermeiden)
Viele Menschen scheuen Schwalben wegen des Kots an der Hauswand. Das lässt sich kinderleicht lösen:
Kotbretter: Montiere etwa 50 bis 70 cm unterhalb des Nestes ein einfaches Brett. Es fängt den Schmutz auf und die Fassade bleibt sauber.
Wichtig: Nicht zu nah am Nest anbringen, sonst können Nesträuber (wie Marder oder Katzen) darauf landen.
4. Das Buffet eröffnen (Insektenschutz)
Schwalben sind "Flugschnapper". Sie fressen ausschließlich Insekten, die sie in der Luft fangen.
Naturnaher Garten: Verzichte komplett auf Pestizide.
Blühwiese: Heimische Wildblumen locken Schwebfliegen, Mücken und Käfer an – die Leibspeise der Schwalben.
Wasserstelle: Ein kleiner Teich oder ein Biotop produziert massenweise Fluginsekten.
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Ein kleiner "Pro-Tipp" zum Schluss
Schwalben sind sehr gesellig. Wenn du bereits künstliche Nester hängen hast, kannst du versuchen, die Vögel mit Schwalbenrufen vom Band (Klangattrappe) anzulocken. Das signalisiert den Vorbeifliegenden: "Hier ist es sicher, hier wohnen schon andere!"
Rechtlicher Hinweis: Schwalbennester stehen unter strengem Naturschutz. Wenn sie einmal besiedelt sind, dürfen sie auch im Winter nicht entfernt werden.
Hier ein Video von Schwalben, die ihren Jungvögeln den Nestanflug beibringen.
Wir haben einen insektenfreundlichen Garten, Lehmpfützen und auch künstliche Nisthilfen angebracht, die aber nur genutzt werden, wenn alle natürlichen Nester schon belegt sind.